Vom trockenen Fettabsaugen zum Wasserstrahl
Ziel beim Fettabsaugen ist die Entfernung von Unterhautfett. Das geschieht heutzutage über kleinste Zugänge (Hautschnitte von 2-5 mm Breite), die als Eintrittspforte für die Absaugkanülen dienen. Die Absaugkanülen selbst sind in der Regel aus Stahl oder Titan und zwischen 1.5 und 5 mm dick. Die Länge variiert je nach Ort, wo sie eingesetzt werden, zwischen 15 und 35 cm. Am vorderen Ende sitzen die Absauglöcher. Anzahl und Design der Absauglöcher bestimmt den Effizienzgrad der Kanüle, wobei gilt, dass je weiter vorne die Löcher sind und je mehr solche es gibt, umso effizienter ist die Kanüle. Das Ende ist in der Regel stumpf und rund, um das Verletzungsrisiko für das subkutane Bindegewebe möglichst gering zu halten. Besonders stark saugende Kanülen haben ein offenes Ende und Spezialkanülen, die beispielsweise im Gesicht zur Anwendung gelangen, ein flaches. Insgesamt hat die Anzahl Kanülen, die auf dem Markt sind, ein verwirrendes Ausmass angenommen – und nicht alle Kanülen halten, was versprochen wird! Bei swissestetix operieren wir daher nur mit der jeweils neusten Generation bereits erprobter Kanülen. Dadurch erhöhen wir Ihre Sicherheit und senken gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit negativer Operationsfolgen.
Nebst den verschiedenen Kanülen, gibt es auch Unterschiede in der eigentlichen Absaugtechnik. Man unterscheidet grob zwischen den motorgetriebenen Liposuktionen („power assisted liposuction" = PAL), den ultraschall- und wasserstrahlassistierten Liposuktionen, und den „normalen“ Liposuktionen. Basis aller Methoden ist eine Vakuumpumpe, die einen Unterdruck erzeugt, mit dem der Operateur über die Kanüle – analog einem Staubsauger – die Fettzellen wegsaugen kann. Der Unterschied der einzelnen Systeme offenbart sich nur in der Art, wie die Kanüle bewegt wird, rsp. ob die Kanüle durch zusätzliche Massnahmen beim Fettabsaugen unterstützt wird.
Bei der „normalen“ Technik wird der Operateur durch ein rhythmisches Hin- und Herbewegen der Kanüle- die Fettzellen aus ihrem bindegewebigen Verband lösen und absaugen. Dies erfordert naturgemäss eine gute Kondition, da das Fett zuweilen sehr stark verkapselt ist, und diese Kapseln durch den
Operateur mit der Kanüle aufgebrochen werden müssen. Aus diesem Grund wurde schon früh die motorgetriebene Liposuktion entwickelt, bei der ein Motor die Vibration der Kanüle übernimmt. Dies hat nicht nur Vorteile für den Operateur, als dass er weniger Kraft während des Eingriffs braucht und somit schonender arbeiten kann. Die vibrationsassistierte Liposuktion (VAL) macht sich auch die unterschiedliche physikalische Trägheit des Gewebes zu nutze. Dem Sog, der mit hoher Frequenz vibrierenden Metallkanüle, kann nur das durch Tumeszenzflüssigkeit homogenisierte Fettgewebe folgen, während die Bindegewebsstrukturen aufgrund ihrer grösseren Trägheit nicht angesaugt werden. Die Schwingungsfrequenz der Kanüle ist zu hoch, als dass die an einer umschriebenen Stelle entfaltete Saugkraft eine Wirkung an festen Strukturen zeigen könnte. Die Kanüle gleitet daher mit einem minimalen Widerstand durch das Gewebe. Intraoperative Schmerzen und Blutungen, wie sie durch die Zerstörung bindegewebiger Septen hervorgerufen werden, sind daher äusserst gering. Aufgrund der spezifischen Vorteile der VAL gilt sie heute als Standardmethode und wird auch bei swissestetix eingesetzt.
Die in der Mitte der 80er Jahre in Italien entwickelte ultraschallassistierte Liposuktion (UAL) hatte zum Ziel, das Fett mittels Ultraschall zu homogenisieren. Aufgrund der häufigen Nebenwirkungen und einer möglichen krebsfördernden Wirkung kommt der UAL heute eigentlich keine Bedeutung mehr zu.
Als neuste Entwicklung gilt die Wasserstrahlmethode (WAL = water assisted liposuction), bei der das Fett durch einen Hochdruck-Wasserstrahl aus dem bindegewebigen Verband gelöst und gleichzeitig abgesaugt wird. Vorteile dieser Methode sind die nochmals deutliche Steigerung der Gewebeschonung im Vergleich zu den übrigen Absaugtechniken, die Verringerung der Eingriffszeit und die deutlich niedrigere Menge an Lokalanästhetikum, die im Körper verbleibt. Da sich mit der WAL die Fettzellen auf besonders schonende Weise aus dem bindegewebigen Verband lösen lassen, ist diese Technik ausgezeichnet für die Eigenfett-Transplantation (Brustvergrösserung mit Eigenfett, Faltenbehandlung im Gesicht, Korrektur von Dellen) geeignet. Swissestetix bietet als eine der ganz wenigen Praxen in der Schweiz den Gebrauch der WAL sowohl für die normale Liposuction als auch für die Eigenfett-Transplantation bei Brustvergrösserung oder sonstigen Korrekturen an.
